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01.06.2006
Fahrrinnenanpassung der Elbe auf gutem Wege
Kurz vor dem Beginn des Planfeststellungsverfahrens für die Fahrrinnenanpassung der Unter- und Außenelbe haben Hamburger Landesregierung und die Initiative „Zukunft Elbe“ auf einem Parlamentarischen Abend die nationale volkswirtschaftliche Bedeutung des Infrastrukturprojekts verdeutlicht.
In der Hamburgischen Landesvertretung in Berlin begrüßte Hamburgs Wirtschaftssenator Gunnar Uldall mehrere hundert Vertreter aus Bundestag, Bundesregierung, Landesvertretungen und der Wirtschaft. Redner waren die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Karin Roth MdB, der Präsident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg e.V. und Vorsitzende des Vorstands der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), Klaus-Dieter Peters, der Vizepräses der Handelskammer Hamburg und Vorsitzende des Vorstands der Hapag-Lloyd AG, Michael Behrendt sowie der Vorsitzende des Betriebsrates der Container-Terminal Altenwerder GmbH (CTA), Thomas Mendrzik.

v.l.: Karin Roth, Michael Behrendt, Jürgen Klimke (MdB),
Klaus-Dieter Peters, Senator Gunnar Uldall (Fotos: Ursula Thämer)

Der Hamburger Hafen ist als einer der bundesweit wichtigsten Logistikstandorte der zentrale Motor für die wirtschaftliche Entwicklung in ganz Norddeutschland. 154.000 Arbeitsplätze allein in der Metropolregion Hamburg, die direkt oder indirekt an das Hafengeschehen gebunden sind, belegen diese Bedeutung des Hafens auf eindrucksvolle Weise. Allein für Niedersachsen ist der Hamburger Hafen nach VW der zweitgrößte Arbeitgeber. Gleichzeitig bietet der Hamburger Hafen einen leistungsfähigen Zugang zu den Weltmärkten für die gesamte deutsche Wirtschaft. In den vergangenen Jahren hat der Hafen eine einzigartige Erfolgsgeschichte geschrieben. So hat sich von 1990 bis heute allein der Containerumschlag mehr als vervierfacht. Heute ist der Hamburger Hafen achtgrößter Containerhafen der Welt. Insgesamt wurden im Jahr 2005 125 Mio. t an Waren und Gütern umgeschlagen.

Der Erfolg aller Bemühungen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Hamburger Hafens steht und fällt jedoch mit dem Ausbauzustand seiner seewärtigen Zufahrt. Nur wenn die derzeit bereits verkehrenden Großcontainerschiffe den Hafen weitgehend ohne Behinderungen bedienen können, können die großen Wachstumspotenziale überhaupt ausgeschöpft werden. Mit den derzeitigen Tiefgangsverhältnissen auf Unter- und Außenelbe ist dies nicht möglich. War die vergangene in 1999 abgeschlossen Elbvertiefung noch auf Containerschiffe mit maximalen Tiefgängen von 13,50 m ausgerichtet, wird die Weltcontainerschiff-Flotte heute und in den kommenden beiden Jahrzehnten durch Schiffe mit einem maximalen Tiefgang von 14,50 m beherrscht. Um hier deutliche Umschlagseinbußen bis hin zum Verlust ganzer Linien zu verhindern, hat Hamburg bereits in 2002 eine erneute Anpassung der Fahrrinne beim Bund beantragt.

Die seither laufenden Planungen werden von Hamburg gemeinsam mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes durchgeführt. Senator Gunnar Uldall: „Ich bin sicher, dass es uns gelingen wird, hier einen bedarfsgerechten Fahrrinnenausbau zu verwirklichen, der weder zu Risiken für die Hochwassersicherheit noch zu wirklich gravierenden Umweltschäden führen wird. Die Projektplanung befindet sich gerade in der Zielgeraden und wir gehen davon aus, noch in diesem Sommer mit dem Planfeststellungsverfahren beginnen zu können. Erste vorgezogene Teilmaßnahmen sollen dann bereits in 2007 verwirklicht werden, mit den eigentlichen Baggerungen wird man in 2008 beginnen. 2009 kann die Elbvertiefung dann abgeschlossen sein.“

Im September 2004 hatte die Bundesregierung den uneingeschränkten Planungsauftrag für das Vorhaben gegeben. Auch in der Großen Koalition hat das zuständige Bundesministerium keinen Zweifel daran gelassen, das es die große Bedeutung des Infrastrukturprojekts für den deutschen Außenhandel erkennt.

Senator Uldall: „Ich muss immer wieder auf die außerordentliche Eilbedürftigkeit des Vorhabens hinweisen. Denn die weltweit agierenden Containerreedereien werden nur dann dem Hamburger Hafen die Treue halten, wenn das Vorhaben zeitgerecht realisiert wird. Auf Verständnis für die Besonderheiten und Widrigkeiten des deutschen Planungsrechts können wir dort jedenfalls nicht rechnen.“

Im Zuge der Planungen wurde immer wieder die Verschlickung der Sportboothäfen entlang der Unterelbe kritisiert. Diese ist jedoch vor allem natürlichen Ursprungs und wird durch vielfältige menschliche Eingriffe verstärkt, nicht nur durch den Fahrrinnenausbau. Der Hamburger Senat ist sich seiner Mitverantwortung für den Lebensraum Elbe bewusst und beteiligt sich deshalb an einem Elbefonds, über den in den kommenden Jahren vor allem nötige Ausbaggerungen von Sportboothäfen bezuschusst werden sollen. Hamburgs Nachbarländer sind ausdrücklich aufgerufen, sich daran zu beteiligen.

Ein Grund für den Boom beim Hafenumschlag ist die Lage des Hafens weit im Binnenland. Mit dem kostengünstigen und im Vergleich zu allen anderen Verkehrsträgern umweltfreundlichen Seeschiff können die Waren direkt zu einem bedeutenden Verbraucherschwerpunkt transportiert werden. Gleichzeitig trägt die hervorragende wirtschaftsgeographische Lage des Hamburger Hafens zu den Märkten Osteuropas und Skandinaviens zum wirtschaftlichen Erfolg bei. Der Weitertransport erfolgt insbesondere über die sehr leistungsfähigen Hinterlandanbindungen der Bahn sowie ein dichtes Netz von Schiffsverbindungen. Umweltschädliche LKW-Transporte können auf diese Weise vermieden werden. Ökonomische Interessen und ökologische Belange müssen also keineswegs im Widerspruch stehen: Der wirtschaftliche Erfolg des Hamburger Hafens trägt zur Vermeidung von Landtransporten und hier insbesondere von umweltschädlichen LKW-Verkehren bei.

Senator Uldall: „Es gibt allerdings keinen Anlass, sich auf dem bisher erreichten Erfolg auszuruhen. Der weiter mit großer Dynamik wachsende Welthandel wird auch in Zukunft zu einer deutlichen Steigerung des Containerverkehrs führen. Seriöse Prognosen gehen davon aus, dass allein der Containerumschlag in Hamburg von heute 8 Mio. Standardcontainern (TEU) auf dann 18 Mio. TEU in 2015 anwachsen wird. Hamburg unternimmt außerordentlich große Anstrengungen, um den  Herausforderungen des ungebremsten Wachstums gerecht zu werden. So hat der Senat ein Sonderinvestitionsprogramm aufgelegt, um die in diesem Zusammenhang notwendigen Kapazitätserweiterungen zu ermöglichen. Bis 2009 sollen hierfür insgesamt 750 Mio. € aufgewendet werden. Gleichzeitig wird die Hafenwirtschaft etwa 1 Milliarde € in die Modernisierung und Erweiterung ihrer Anlagen investieren.“

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