In der Hamburgischen Landesvertretung in Berlin begrüßte
Hamburgs Wirtschaftssenator Gunnar Uldall mehrere hundert Vertreter aus
Bundestag, Bundesregierung, Landesvertretungen und der Wirtschaft. Redner waren
die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr, Bau und
Stadtentwicklung, Karin Roth MdB, der Präsident des Unternehmensverbandes Hafen
Hamburg e.V. und Vorsitzende des Vorstands der Hamburger Hafen und Logistik AG
(HHLA), Klaus-Dieter Peters, der Vizepräses der Handelskammer Hamburg und
Vorsitzende des Vorstands der Hapag-Lloyd AG, Michael Behrendt sowie der
Vorsitzende des Betriebsrates der Container-Terminal Altenwerder GmbH (CTA),
Thomas Mendrzik.
v.l.: Karin Roth, Michael Behrendt, Jürgen Klimke (MdB),
Klaus-Dieter Peters, Senator Gunnar Uldall (Fotos: Ursula Thämer)
Der Hamburger Hafen ist als einer der bundesweit
wichtigsten Logistikstandorte der zentrale Motor für die wirtschaftliche
Entwicklung in ganz Norddeutschland. 154.000 Arbeitsplätze allein in der
Metropolregion Hamburg, die direkt oder indirekt an das Hafengeschehen gebunden
sind, belegen diese Bedeutung des Hafens auf eindrucksvolle Weise. Allein für
Niedersachsen ist der Hamburger Hafen nach VW der zweitgrößte Arbeitgeber.
Gleichzeitig bietet der Hamburger Hafen einen leistungsfähigen Zugang zu den
Weltmärkten für die gesamte deutsche Wirtschaft. In den vergangenen Jahren hat
der Hafen eine einzigartige Erfolgsgeschichte geschrieben. So hat sich von 1990
bis heute allein der Containerumschlag mehr als vervierfacht. Heute ist der
Hamburger Hafen achtgrößter Containerhafen der Welt. Insgesamt wurden im Jahr
2005 125 Mio. t an Waren und Gütern umgeschlagen.
Der Erfolg aller Bemühungen zur Stärkung der
Wettbewerbsfähigkeit des Hamburger Hafens steht und fällt jedoch mit dem
Ausbauzustand seiner seewärtigen Zufahrt. Nur wenn die derzeit bereits
verkehrenden Großcontainerschiffe den Hafen weitgehend ohne Behinderungen bedienen
können, können die großen Wachstumspotenziale überhaupt ausgeschöpft werden.
Mit den derzeitigen Tiefgangsverhältnissen auf Unter- und Außenelbe ist dies
nicht möglich. War die vergangene in 1999 abgeschlossen Elbvertiefung noch auf
Containerschiffe mit maximalen Tiefgängen von 13,50 m ausgerichtet, wird die
Weltcontainerschiff-Flotte heute und in den kommenden beiden Jahrzehnten durch
Schiffe mit einem maximalen Tiefgang von 14,50 m beherrscht. Um hier deutliche
Umschlagseinbußen bis hin zum Verlust ganzer Linien zu verhindern, hat Hamburg
bereits in 2002 eine erneute Anpassung der Fahrrinne beim Bund beantragt.
Die seither laufenden Planungen werden von Hamburg
gemeinsam mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes durchgeführt.
Senator Gunnar Uldall: „Ich bin sicher, dass es uns gelingen wird, hier einen
bedarfsgerechten Fahrrinnenausbau zu verwirklichen, der weder zu Risiken für
die Hochwassersicherheit noch zu wirklich gravierenden Umweltschäden führen
wird. Die Projektplanung befindet sich gerade in der Zielgeraden und wir gehen
davon aus, noch in diesem Sommer mit dem Planfeststellungsverfahren beginnen zu
können. Erste vorgezogene Teilmaßnahmen sollen dann bereits in 2007
verwirklicht werden, mit den eigentlichen Baggerungen wird man in 2008
beginnen. 2009 kann die Elbvertiefung dann abgeschlossen sein.“
Im September 2004 hatte die Bundesregierung den
uneingeschränkten Planungsauftrag für das Vorhaben gegeben. Auch in der Großen
Koalition hat das zuständige Bundesministerium keinen Zweifel daran gelassen,
das es die große Bedeutung des Infrastrukturprojekts für den deutschen
Außenhandel erkennt.
Senator Uldall: „Ich muss immer wieder auf die
außerordentliche Eilbedürftigkeit des Vorhabens hinweisen. Denn die weltweit
agierenden Containerreedereien werden nur dann dem Hamburger Hafen die Treue
halten, wenn das Vorhaben zeitgerecht realisiert wird. Auf Verständnis für die
Besonderheiten und Widrigkeiten des deutschen Planungsrechts können wir dort
jedenfalls nicht rechnen.“
Im Zuge der Planungen wurde immer wieder die
Verschlickung der Sportboothäfen entlang der Unterelbe kritisiert. Diese ist
jedoch vor allem natürlichen Ursprungs und wird durch vielfältige menschliche
Eingriffe verstärkt, nicht nur durch den Fahrrinnenausbau. Der Hamburger Senat
ist sich seiner Mitverantwortung für den Lebensraum Elbe bewusst und beteiligt
sich deshalb an einem Elbefonds, über den in den kommenden Jahren vor allem
nötige Ausbaggerungen von Sportboothäfen bezuschusst werden sollen. Hamburgs
Nachbarländer sind ausdrücklich aufgerufen, sich daran zu beteiligen.
Ein Grund für den Boom beim Hafenumschlag ist die Lage
des Hafens weit im Binnenland. Mit dem kostengünstigen und im Vergleich zu
allen anderen Verkehrsträgern umweltfreundlichen Seeschiff können die Waren
direkt zu einem bedeutenden Verbraucherschwerpunkt transportiert werden.
Gleichzeitig trägt die hervorragende wirtschaftsgeographische Lage des
Hamburger Hafens zu den Märkten Osteuropas und Skandinaviens zum
wirtschaftlichen Erfolg bei. Der Weitertransport erfolgt insbesondere über die
sehr leistungsfähigen Hinterlandanbindungen der Bahn sowie ein dichtes Netz von
Schiffsverbindungen. Umweltschädliche LKW-Transporte können auf diese Weise
vermieden werden. Ökonomische Interessen und ökologische Belange müssen also
keineswegs im Widerspruch stehen: Der wirtschaftliche Erfolg des Hamburger
Hafens trägt zur Vermeidung von Landtransporten und hier insbesondere von
umweltschädlichen LKW-Verkehren bei.
Senator Uldall: „Es gibt allerdings keinen Anlass, sich auf dem bisher erreichten Erfolg auszuruhen. Der weiter mit großer Dynamik wachsende Welthandel wird auch in Zukunft zu einer deutlichen Steigerung des Containerverkehrs führen. Seriöse Prognosen gehen davon aus, dass allein der Containerumschlag in Hamburg von heute 8 Mio. Standardcontainern (TEU) auf dann 18 Mio. TEU in 2015 anwachsen wird. Hamburg unternimmt außerordentlich große Anstrengungen, um den Herausforderungen des ungebremsten Wachstums gerecht zu werden. So hat der Senat ein Sonderinvestitionsprogramm aufgelegt, um die in diesem Zusammenhang notwendigen Kapazitätserweiterungen zu ermöglichen. Bis 2009 sollen hierfür insgesamt 750 Mio. € aufgewendet werden. Gleichzeitig wird die Hafenwirtschaft etwa 1 Milliarde € in die Modernisierung und Erweiterung ihrer Anlagen investieren.“
Freie und Hansestadt Hamburg
Pressestelle des Senats
Kontakt für Medienvertreter:
Behörde für Wirtschaft und Arbeit,
Christian Saadhoff, Pressesprecher
Tel.: (040) 42841-2049 oder -1627; Fax: - 1717
pressestelle@bwa.hamburg.de
Im Internet: www.bwa.hamburg.de