Der WWF schlägt vor, den fehlenden Ausbau der Hafeninfrastruktur durch die Zusammenarbeit der norddeutschen Häfen zu ersetzen. Diese Beurteilung des WWF bedarf in vielen Punkten der Richtigstellung.
1. Bereits in 2003 wurde für die geplante Fahrrinnenanpassung eine
umfangreiche Nutzen-Kosten-Untersuchung erstellt. Diese hat gezeigt, dass der Fahrrinnenausbau eine hohe volkswirtschaftliche Rentabilität aufweist. Die für die Umsetzung des Vorhabens veranschlagten Mittel sind also gut angelegtes Geld für die wirtschaftliche Zukunftssicherung ganz Norddeutschlands. Von ihr profitieren nicht nur Reeder und Hafenwirtschaft, wie der WWF behauptet, sondern die gesamte Gesellschaft. Denn mehr als 150.000 Arbeitsplätze die allein in der Hamburger Metropoloregion vom Hafengeschehen abhängen, werden so gesichert.
2. Angesichts des anhaltenden Wachstums der Weltwirtschaft
nimmt der internationale Warentransport stetig zu. Der Containerumschlag wird daher auch künftig deutlich wachsen. Eine Erweiterung der Umschlagskapazitäten ist daher dringend erforderlich. Die Behauptung des WWF, dabei würden Überkapazitäten geschaffen, ist unzutreffend. Im Gegenteil: Nur wenn es gelingt, alle Erweiterungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen rechtzeitig umzusetzen, werden wir in der Lage sein, den künftigen Güterumschlag zu bewältigen.
3. Derzeit können Containerschiffe mit einem max. Tiefgang von
13,50 m den Hamburger Hafen erreichen. Bereits heute werden immer mehr Schiffe mit Tiefgängen von 14,50 m und Tragfähigkeiten von 8.000 TEU und mehr in Dienst gestellt, die den Hamburger Hafen nur noch unter Hinnahme von deutlichen Ladungseinbußen bedienen können. Die Behauptung des WWF, derartige Schiffe könnten ohne Problem den Hamburger Hafen anlaufen, ist daher falsch.
4. Der erneute Fahrrinnenausbau ist so geplant worden, dass
negative Folgen für Natur und Umwelt weitgehend vermieden werden können. Die vom WWF behauptete Verschärfung ökologischer Probleme bleibt aus. Die Sturmflutsicherheit entlang der Elbe wird durch die Maßnahme in keiner Weise gefährdet.
5. Ebenfalls nicht zutreffend sind Vermutungen des WWF über
möglicherweise steigende Kosten für ausbaubedingte Unterhaltungsbaggerungen. Vielmehr kann davon ausgegangen werden, dass aufgrund der in die Ausbauplanungen integrierten strombaulichen Maßnahmen das Baggervolumen nicht zunehmen, sondern vermutlich sogar abnehmen wird.
6. Der Vorschlag des WWF, auf die eine oder andere
Hafeninfrastrukturmaßnahme zugunsten einer norddeutschen Hafenkooperation zu verzichten, widerspricht vollständig den Realitäten der internationalen Transportwirtschaft. Denn solch eine Hafenkooperation könnte nur mit einer massiven Umlenkung von Verkehrsströmen zu einzelnen Hafenstandorten verwirklicht werden. Ein solcher planwirtschaftlicher Ansatz wird weder bei den Hafenunternehmen noch bei Reedern und anderen Transportunternehmen Unterstützung finden und ist daher von vornherein zum Scheitern verurteilt.
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