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08.03.2005
Hafen Hamburg: Wachstum und Arbeitsplätze für Norddeutschland
Kein Wirtschaftsfaktor hat die Freie und Hansestadt Hamburg so geprägt wie ihr Hafen. Die Schifffahrt und der Hafen sind die Keimzellen der Hamburger Wirtschaft. Die Stadt an der Elbe ist auch heute noch Deutschlands Tor zur Welt, denn als größter deutscher Überseehafen spielt Hamburg eine zentrale Rolle für den deutschen Außenhandel und ist der wichtigste Transithafen für zahlreiche nord-, mittel- und osteuropäische Staaten. Auch als Arbeitgeber spielt der Hafen eine bedeutende Rolle für die Metropolregion Hamburg: Rund 145.000 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in ganz Norddeutschland sind direkt und indirekt vom Hafen abhängig.
Allein in den letzten fünf Jahren hat der Hamburger Hafen den größten Wachstumsschub seiner mehr als 800-jährigen Geschichte erlebt. 2004 konnte erneut ein Rekordergebnis mit einem Gesamtumschlag von 114,5 Millionen Tonnen Seegüter und einem Containerumschlag von 7 Millionen Standardcontainern (TEU) erzielt werden. Seit Jahren durchgängig zweistellige Wachstumsraten – davon kann man in anderen Wirtschaftszweigen derzeit nur träumen.
Die Verbesserung der nautischen Zufahrtsbedingungen durch den Fahrrinnenausbau im Jahr 1999 sowie Hamburgs günstige wirtschafts- und verkehrsgeographische Lage tief im Binnenland an der Schnittstelle zwischen den Wachstumsmärkten im Ostseeraum und in Übersee, insbesondere in Asien, sind dafür die Hauptgründe. Die großen Chancen für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt in der Metropolregion liegen auf der Hand. Aber: Nur wenn das enorme Wachstumspotenzial des weltweiten Warentransports genutzt wird, können auch in Zukunft Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen werden.

Wer den Hafen stärkt, stärkt die Metropolregion

Von der Wachstumskraft des Hafens profitieren nicht nur die Hafenbetriebe und ihre Mitarbeiter. Tausende weiterer Dienstleistungsunternehmen sind in Hamburg eng mit der Hafenwirtschaft verzahnt, wie z.B. Schifffahrtsunternehmen, Schiffsfinanzierer, Spediteure und Transportunternehmen, aber auch andere Wirtschaftszweige wie Handel, Banken und Versicherungen. Deshalb ist der Hafen auch heute noch – trotz aller Technisierung und Rationalisierung – der größte Arbeitgeber in Hamburg und einer der wichtigsten in ganz Norddeutschland. 145.000 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Norddeutschland sind direkt und indirekt vom Hamburger Hafen abhängig. Der Hafen Hamburg spielt damit auf dem Deutschen Arbeitsmarkt in einer Liga mit Unternehmen wie Siemens, DaimlerChrysler oder Volkswagen. Dabei profitieren nicht nur Hamburger von der Wertschöpfung des Hafens. Rund ein Drittel der hafenabhängig Beschäftigten lebt in den Nachbarländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Wie sehr der Hafen mit Hamburg und der Region verwachsen ist zeigt sich auch anhand des hohen Loco-Aufkommens von 30 Prozent. Das bedeutet: Fast ein Drittel des gesamten Ladungsaufkommens hat seinen Ursprung oder sein Ziel in der Metropolregion Hamburg. Deshalb wirken sich die hohen Zuwachsraten im Hafenumschlag direkt auf die Beschäftigung im Umland aus und sorgen so auch jenseits der Hamburger Stadtgrenzen für Beschäftigungsimpulse.

Wachstumsträger Containerverkehr

Zentraler Wachstumsträger ist der weltweite Containertransport. Die Entwicklung in diesem Transportsegment war bereits in den neunziger Jahren gut, doch in den letzten fünf Jahren verzeichnet der Hafen Hamburg einen wahren Boom mit jährlich zweistelligen Wachstumsraten: der Marktanteil im wachsenden Containermarkt konnte in dieser Zeit von 23,5 auf 28 Prozent gesteigert werden. Jüngste Prognosen gehen davon aus, dass bis 2015 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 10 Prozent realistisch ist. Die Dynamik des Containerumschlags trägt maßgeblich dazu bei, dass immer mehr qualifizierte Spezialisten im Hafen benötigt werden, um die komplexen logistischen Abläufe des Be-, Ent- und Umladens mit Hilfe modernster Technik zu steuern. Längst hat der Strukturwandel im Seeschiffstransport dazu geführt, dass Hafenarbeit sich zunehmend von harter körperlicher Arbeit zu einer modernen, anspruchsvollen Querschnittsfunktion der Logistik wandelt. Daneben hat sich eine eigene „Container-Industrie“ entwickelt, denn die Container und Umschlagsgeräte müssen gewartet und instandgesetzt werden. So haben sich z.B. in und um den Hafen zahlreiche Containerservice-Betriebe angesiedelt, deren Geschäft Lagerung, Reparatur und Reinigung sowie das Ein- und Auspacken, aber auch das Verleasen von Containern ist. Diese Unternehmen ergänzen die weitgefächerte traditionelle Dienstleistungspalette des Hafens und erhöhen damit die Standortqualität insgesamt.

Potenziale nutzen – Arbeitsplätze sichern und schaffen

Um die Attraktivität Hamburgs für global agierende Logistikdienstleister sowie für kleinere spezialisierte Akteure im Logistiksektor zu erhalten und entsprechende Beschäftigungseffekte auch in Zukunft zu erreichen, müssen die Wachstumspotenziale erschlossen werden. Deshalb hat der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg zum Februar 2005 ein Sonderinvestitionsprogramm Hafen verabschiedet, dass bis 2009 zusätzliche 262,4 Millionen Euro für den Ausbau der Hafeninfrastruktur vorsieht. Zusammen mit den bereits in der mittelfristigen Finanzplanung vorgesehenen Mitteln werden 2005 bis 2009 damit insgesamt 746 Millionen Euro in den Hafen investiert. Eine zweite wichtige Voraussetzung für dynamisches Wachstum in Hamburg sind bessere nautische Zufahrtsbedingungen des Hafens. Wenn der geplante Ausbau von Unter- und Außenelbe ebenso zeitnah realisiert werden kann, wie es sich für die Erweiterung und die Modernisierung der Kaianlagen sowie die Entwicklung weiterer geeigneter Flächen für die Hafenwirtschaft abzeichnet, können Arbeitsplätze in der Metropolregion Hamburg gesichert und neue geschaffen werden. Die enge Verbundenheit zwischen Hafen und Stadt macht Hamburg darüber hinaus zu einem begehrten Investitionsstandort.