|
Am 20. April machte ein neuer Containerriese der französischen Reederei CMA CGM erstmals im Hamburger Hafen fest. Die mit einer Stellplatzkapazität von 11.356 TEU sowie 800 Anschlüssen für Kühlcontainer (Reefer) ausgestattete „CMA CGM Andromeda" ist nach Mitteilung des Hamburger Hafens das bisher größte Containerschiff, das an der Elbe abgefertigt wurde.
Das Löschen und Laden der Containerladung übernahm das HHLA Container Terminal Burchardkai (CTB). Der Containerriese mit 363 Meter Länge soll nach Reedereiangaben sechs Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als vergleichbare Schiffe. Darüber hinaus wurden bei der Konstruktion eine Reihe technischer Innovationen umgesetzt, darunter eine besonders umweltfreundliche Rückgewinnung.
Richtung Asien
Der Containerriese wird von der Reederei im Asien-Europa-Liniendienst „French-Asia-Line 1 (FAL-1)" eingesetzt. Bei Seite 5/18 einer Tragfähigkeit von 135.000Ton-nen erreicht das Schiff einen Maximaltiefgang von 15,5 Metern. Das Schiff ist mit einer Hauptmaschine von MAN-B&W ausgestattet, die 72.240 Kilowatt leistet und eine Dienstgeschwindigkeit von fast 25 Knoten ermöglicht. Auf der ersten in Richtung Osten gehenden Reise werden nach Hamburg in Asien folgende Anlaufhäfen bedient: Chiwan (Shenzhen), Busan, Kwangyang, Dalian, Xingang (Tianjin), Shanghai, Hong Kong, Yantian (Shenzhen), Singapur, Port Kelang. Auch Malta und der Hafen Khor Fakkan in den Vereinigten Arabischen Emiraten werden ostgehend angelaufen. Westgehend steht Tanger auf dem Fahrplan. Immer mehr Großcontainerschiffe laufen den Hamburger Hafen an. Im Jahr 2008 waren bereits mehr als zwei Dutzend Ankünfte von Schiffen über 10.000 TEU zu verzeichnen.
Die Fahrrinnenanpassung von Außen- und Unterelbe sei deshalb für den Hamburger Hafen eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte, so Claudia Roller, Vorstand Hafen Hamburg Marketing. Die Fahrrinnenanpassung stelle sicher, dass Schiffe mit einem Salzwassertief gang bis 13,50 Meter tideunabhängig und tideabhängig einlaufend bis 15,80 Meter beziehungsweise auslaufend bis 14,50 Meter den Hamburger Hafen erreichen oder verlassen können. Roller: „Damit wird die seewärtige Erreichbarkeit des Hamburger Hafens entscheidend verbessert."
Riesen im Trend
Die Auftragsbücher der Werften und die Entwicklung der Containerschiffsflotte würden erwarten lassen, dass der Trend zu größeren Einheiten weiter zunehmen wird. So plane beispielsweise die Reederei CMA CGM, weitere Schwesterschiffe der Andromeda innerhalb der nächsten zwei Jahre in Fahrt zu bringen. „Die CMA CGM schätzt die gute und zuverlässige Zusammenarbeit mit den Hamburger Terminalbetreibern sehr und der Hamburger Hafen bietet der Reederei optimale Anbindung nach Zentraleuropa, Skandinavien und ins Baltikum", sagt Reinhard Peschel, Geschäftsführer der CMA CGM (Deutschland) GmbH. Deshalb sei es wichtig, dass alle Schiffe seiner Reederei tidenunabhängig jederzeit den Hamburger Hafen erreichen können.
Ausgeprägter Wettbewerb
Peschel: „Für Norddeutschland sind die deutschen Häfen ein sehr bedeutender Wirtschaftszweig. Die deutschen Seehäfen befinden sich in einem ausgeprägten Wettbewerb mit den im Westen am Kontinent positionierten Häfen Rotterdam, Amsterdam, Zeebrügge und Antwerpen." Nur durch leistungsfähige Containerterminals, die jederzeit erreichbar sind, könne man vermeiden, dass Containervolumen in andere Häfen abwandern. „In diesem Zusammenhang sollten auch Erhöhungen von Hafengebühren überdacht werden", meint Peschel.
(tbu) Transport 9/09
|