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Die Ermittlung der Wirkungen des Fahrrinnenausbaus auf Mensch und Umwelt ist ein zentraler Teil des Planungsprozesses.



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| Die dafür notwendigen Untersuchungen werden in einer
Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU) durchgeführt. Diese ist in der
Bundesrepublik seit 1990 gesetzlich vorgeschriebener Bestandteil von
Planfeststellungsverfahren. Im Rahmen einer UVU werden die Auswirkungen
des geplanten Vorhabens auf die sogenannten ´Schutzgüter´ ermittelt. Zu
diesen Schutzgütern zählen der Mensch, die Pflanzen- und Tierwelt, die
Umweltmedien Boden, Wasser und Luft, das Klima, die Landschaft sowie
Kulturgüter und sonstige Sachgüter.
Bei der Untersuchung des Fahrrinnenausbaus sind zwei wesentliche
Wirkungsmöglichkeiten zu unterscheiden: Zum einen können sich direkte,
unmittelbare Beeinträchtigungen von Umwelt und Natur aus dem
eigentlichen Eingriff des Baggers an der Gewässersohle sowie der
Ablagerung des Baggerguts ergeben. Zum anderen sind insbesondere die
indirekten hydrologischen Auswirkungen der Maßnahme zu betrachten, wie
z.B. mögliche Wasserstands-, Strömungs- oder Salzgehaltsänderungen.
Ihrer präzisen und flächendeckenden Ermittlung kommt daher eine
wichtige Bedeutung zu. Nur wenn bekannt ist, ob und in welchem Maße
sich die Wasserstände, die Strömungen und die Salzgehalte der Elbe an
einem bestimmten Ort durch den Fahrrinnenausbau ändern werden, können
Aussagen über die Auswirkungen der Maßnahme auf ufernahe Lebensräume
für Tiere und Pflanzen getroffen werden. Und nur wenn bekannt ist, ob
und wie sich die Höhen von Sturmfluten durch den Fahrrinnenausbau
ändern, kann bestimmt werden, welche Folgen dies für die Sicherheit der
Deiche und der hinter ihnen lebenden Menschen haben könnte.
Daher werden im Rahmen der UVU mit Hilfe einer computerbasierten
Modelltechnik die hydrologischen Folgen des Ausbaus an jeder Stelle der
Elbe detailliert untersucht. Die Ergebnisse der Untersuchungen sind
dann eine wichtige Grundlage für die weitere Planung des Ausbaus. So
können mögliche negative Folgen beispielsweise durch wasserbauliche
Maßnahmen minimiert oder sogar positiv beeinflusst werden. Die UVU
trägt somit wesentlich dazu bei, einen Ausbau der Fahrrinne zu
realisieren, der ökologisch verträglich ist und die
Hochwassersicherheit an der Elbe in keiner Weise gefährdet. |
| Vielen an der Elbe lebenden Menschen ist noch die schwere Sturmflut von 1962 in Erinnerung, bei der allein an der Unterelbe die schützenden Deiche an fünfzig Stellen brachen und in Hamburg das Wasser ein Sechstel des Stadtgebietes überflutete. Als Konsequenz dieses Ereignisses wurden bestehende Deiche erhöht und verstärkt, die Deichlinie verkürzt und dabei große Vorlandflächen eingedeicht. Der Küstenschutz und die Sturmflutforschung haben sich seitdem weiterentwickelt: Experten werten verschiedene Wirkfaktoren wie Meeresspiegelentwicklung, Seegang, Wellenauflauf, Stärke und Richtung des Windes, Fernwellen und Oberwasserzufluss aus und gewinnen - auch mit Hilfe von Modellsimulationen – Informationen über die erforderlichen Höhen der Hochwasserschutzanlagen an Küsten und Tideflüssen. Auf diese Weise entstand durch die Zusammenarbeit von Hochwasserschutz-Experten der Länder Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg auch die so genannte Bemessungssturmflut für die gesamte Tideelbe: Den hierfür ermittelten Wasserstandshöhen (und anderen Belastungsparametern) müssen die Deiche an der Unterelbe standhalten, um die Menschen und deren Besitz zu schützen. Je nach Standort variieren diese Werte und damit auch die notwendigen Höhen der Deichkrone. Grundsätzlich gilt beim Hochwasserschutz an der Unterelbe das Prinzip, dass überall das gleiche Sicherheitsniveau gewährleistet sein muss.
Es ist eine dauerhafte Aufgabe, dieses hohe Sicherheitsniveau zu halten. Dabei muss beispielsweise bedacht werden, dass der Meeresspiegel aufgrund natürlicher Ursachen in den letzten hundert Jahren um etwa 15 - 20 Zentimeter gestiegen ist und nach Meinung von Experten weiter steigen wird. Dabei spielt möglicherweise auch die von Menschen verursachte globale Erwärmung eine Rolle. Vor diesem Hintergrund muss daher regelmäßig kontrolliert werden, ob die bestehenden Deiche und Hochwasserschutzanlagen noch funktionsfähig und ob deren Bemessungsgrundlagen noch gültig sind.
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| Beim geplanten Ausbau von Unter- und Außenelbe messen die zuständigen Planer der Deichsicherheit oberste Priorität bei. Deiche sind einer Vielzahl von Belastungen ausgesetzt. Starke Regenfälle, Eisgang und Wellen können Schäden an den Deichen verursachen. Daher müssen die Deiche so konstruiert sein, dass sie den Belastungen bei Sturmfluten standhalten können. Dabei spielt beispielsweise der Deichuntergrund, die Deichunterhaltung, die Bepflanzung, aber auch die Deichgeometrie eine große Rolle. Die vorliegenden Untersuchungen, aber auch die Erfahrungen aus der vorangegangenen Fahrrinnenanpassung zeigen, dass Sturmfluten durch den geplanten Fahrrinnenausbau nur sehr geringfügig verändert werden. Die durch den Ausbau hervorgerufenen Veränderungen der Hochwasserscheitel werden maximal bei einigen wenigen Zentimetern liegen; auch im Falle extrem hoher Oberwasserabflüsse, wie z.B. beim Elbehochwasser vom Sommer 2002. Grundsätzlich gilt: Je höher die Sturmflut, desto geringer die ausbaubedingte Wasserstandsänderung. Dies ist einfach zu erklären: Je höher eine Sturmflut aufläuft, desto größer wird der mit Wasser durchströmte Querschnitt des Flusses und desto kleiner wird dabei in der Relation der Einfluss der Vertiefung an der Flusssohle. Aus diesem Grunde treten gerade bei Sturmfluten noch geringere ausbaubedingte Änderungen der Wasserstände ein als bei mittleren Tideverhältnissen.
Im Rahmen der UVU prüfen Experten auch, welche möglichen weiteren Auswirkungen die geplante Fahrrinnenanpassung auf die Sicherheit der Deiche hat: Bleibt die Standsicherheit der Deiche gewährleistet? Gibt es Einflüsse durch den Schiffsverkehr auf der Elbe? Diese Fragen werden durch theoretische Berechnungen und mit Hilfe von Messungen in der Natur an einem ausgewählten exponierten Standort zwischen Cuxhaven und der Ostemündung beantwortet. Ziel dieser Untersuchungen, die von der Bundesanstalt für Wasserbau - Dienststelle Hamburg durchgeführt werden, ist es, die Wechselwirkungen zwischen den angreifenden Kräften aus der Wasserstraße und den widerstehenden Kräften der Deichen zu ermitteln. Ein besonderer Aspekt sind hier die schiffsdynamischen Einflüsse: Analysen sollen darüber Aufschluss geben, inwiefern große Containerschiffe Schwingungen, Wellen oder Änderungen des Grundwasserstandes hervorrufen können, die den Deich in seiner Standsicherheit und das Deckwerk in seiner Stabilität beeinträchtigen, oder eine Erosion des Deichvorlandes zur Folge haben.
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Ein Fluss ist kein starres System, das immer in seinem ursprünglichen Zustand bleibt, sondern es entwickelt und verändert sich ständig. Uferabbruch und Ablagerung der sich im Wasser befindlichen Sedimente und Schwebstoffe sind natürliche Erscheinungen, die in jedem Fluss ablaufen. Somit ist auch die Verschlickung ein natürliches Phänomen. In Bereichen mit geringer Strömung, z.B. in Seitenbereichen oder Häfen, lagern sich die mit Ebb- und Flutstrom transportierten Sedimente ab. Auch in den Nebenflüssen der Elbe kann es zur Verschlickung kommen: Landwirtschaftliche Nutzung entzieht den Nebenflüssen Wasser, Sperrwerke und andere Baumaßnahmen engen den Strom ein; zusätzlich werden durch den geringeren Schiffsverkehr die Sedimente und Schwebstoffe nicht in Bewegung gehalten. Hinzu kommt, dass viele Elbnebenflüsse aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr regelmäßig ausgebaggert werden, um die Schiffbarkeit zu gewährleisten. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand ist in den Seitenbereichen der Elbe durch den geplanten Fahrrinnenausbau keine verstärkte Sedimentation zu erwarten. Denn die Stauwasserzeiten sind dort heute schon so lang, dass sich die im Wasser befindlichen Sedimente bei jeder Tide ablagern. Der Auflandungsprozess der Seitenbereiche wird infolge des Fahrrinnenausbaus also nicht weiter beschleunigt. Entsprechende Abschätzungen lassen sich auch für die Nebenflüsse der Elbe machen, zumal die durch den Fahrrinnenausbau hervorgerufenen Wasserstandsänderungen, die sich in die Nebenflüsse hinein auswirken könnten, nur sehr gering sind. Auch zu diesen Fragen werden im Rahmen der UVU detaillierte Untersuchungen durchgeführt. |
Der Abtrag von Ufersedimenten ist Teil einer natürlichen
Flusslandschaft. Ein Fluss verändert sich ständig. Es wird Sediment
abgetragen und an anderer Stelle abgelagert. Das Abbrechen von
Uferteilen ist somit ebenfalls ein natürlicher Prozess. Neben dieser
natürlichen Dynamik können aber auch von Schiffen erzeugte Wellen zu
einer Verstärkung des Uferabtrags beitragen.
Eine weitere wichtige Fragestellung, die daher im Rahmen der UVU
geprüft wird, ist die nach der zukünftigen Entwicklung der
schiffserzeugten Wellen und deren Wirkung auf die Ufer, Deckwerke und
Deichfüße. Grundsätzlich ist der Einfluss von Schiffswellen von vielen
Faktoren abhängig: der Geschwindigkeit des Schiffes, dem Abstand des
Schiffes zum Ufer, der Eintauchtiefe des Schiffes ins Wasser und dem
Verhältnis der Schiffgröße zum umgebenden Wasservolumen. Die modernen
Schiffe werden mittlerweile so konstruiert, dass sie kleinere Wellen
verursachen. Tatsächlich ist auch deshalb zu erwarten, dass sich
infolge des Fahrrinnenausbaus die durch fahrende Schiffe erzeugten
Wellen nur geringfügig verändern werden. Probleme können nur
entstehen, wenn die Schiffe - heute wie in Zukunft - unangemessen schnell
fahren. |
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